Shovach (Hebr. Taubenschlag) ist ein Hilfswerk zugunsten von obdachlosen Menschen in Jerusalem/Israel, unabhängig von deren religiösem, ethnischem, kulturellem, politischem oder sonstigem Hintergrund.
Shovach ist auf der niedrigsten Ebene eine Überlebenshilfe.
Shovach ist ein wachstümliches Projekt in doppeltem Sinne:
Obdachlosigkeit bezeichnet im weitesten Sinne das Nicht Vorhandensein einer Wohnmöglichkeit für einen Menschen oder eine Gruppe von Menschen.
Das Wohnen gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen.
Menschliche Grundbedürfnisse in der Reihenfolge ihrer Bedrohlichkeit für die Existenz sind:
Reihenfolge und Inhalte der Liste mögen je nach Schule etwas abweichen. Es geht hier jedoch nicht darum, eine hundertprozentig richtige Theorie zu vermitteln, sondern das Hauptanliegen ist folgendes:
Fehlt eine der gelisteten Komponenten, ist die Existenz des Menschen bedroht. Die Unmittelbarkeit der Existenz- /Lebensbedrohung ist abnehmend von 1. bis 9. Das Fehlen von Wohnung stellt in obenstehender Liste demzufolge eine mittelschwere Lebensbedrohung dar.
Menschen ohne Obdach tragen in der Regel nicht nur ein isoliertes Problem mit sich herum. Obdachlosigkeit ist oft die Spitze eines Eisbergs, nämlich einer Verbindung von sozialen, familiären, suchtbedingten, materiellen, kulturellen, psychischen, physischen oder juristischen Problemen. Das am weitesten verbreiteten Problem, dem ich unter Obdachlosen in der Schweiz begegnet bin, ist die Sucht in verschiedenen Formen, was sicher bis zu einem gewissen Mass auch für Israel zutrifft. Kaum einem Obdachlosen ist daher geholfen, wenn man ihn in eine Wohnung steckt und alleine lässt. Diese Menschen brauchen mehr. Sie brauchen uns!
Obdachlose sind in Jerusalem ständig anzutreffen. Den Sommer hindurch kann man sie zuweilen mitten in der Stadt im Freien campieren sehen. Im Winter ist es unmöglich, draussen zu liegen. In dieser kalten und nassen Jahreszeit müssen die Obdachlosen in den Untergrund gehen, das heisst, sie verkriechen sich, von den Grundstückbesitzern oder der Behörde mehr oder weniger geduldet in die zahlreichen Höhlen, Zisternen, leerstehenden (gefährlichen) Abbruchgebäuden etc.
Der Not der Obdachlosen wird in Israel vor allem mit Kleidungs- und Mahlzeit-Programmen begegnet. Davon gibt es auch in Jerusalem etliche. Wir konnten in Jerusalem jedoch kaum Wohnprojekte finden. Was wir fanden, ist auf Jugendliche ausgerichtet. Erwachsene und ältere Obdachlose fallen oft zwischen Stuhl und Bank.
Denkbare Nutzniesser des Angebotes von Shovach sind:
(*nur als Notlösung/humanitäre Massnahme. Menschen aus diesen Gruppen werden an die zuständigen Fachbetriebe der legalen, sozialen medizinischen oder sonstigen stimmigen Einrichtungen zugewiesen werden)
Das Projekt Shovach ist ein entwicklungsorientiertes Projekt: Menschen soll geholfen werden, ihre Situation verstehen zu lernen, erwünschte Veränderungen zu formulieren, Problemlösungen auszuarbeiten und gezielte Schritte zu deren Umsetzung zu unternehmen. Die beste Weise, mit einem Menschen an seiner Problematik zu arbeiten besteht sicher im beratenden Gespräch. Dies wird unmittelbar zu weiteren unterstützenden Tätigkeiten führen:
In günstigen Fällen können Hilfeempfänger auch zu Helfern werden, und vielleicht wird der eine oder andere Obdachlose gar in Shovach seine Berufung finden.
Von allen guten Vorsätzen für die Arbeit mit Obdachlosen werden die Mitarbeiter des Projekts immer nur soviel umsetzen können, wie es die vorhandene Infrastruktur, sowie Fähigkeiten und Willigkeit sowohl auf Seiten der Helfer wie auch der Hilfeempfänger zulassen werden.
Shovach steht grundsätzlich Klienten und Mitarbeitern gleichermassen offen. Zu Beginn werden wir eine Notschlafstelle für die Winterzeit eröffnen. Dort können sich die Obdachlosen aufwärmen, etwas essen, duschen, die Kleider wechseln und sich bis Tagesanbruch ausruhen.
In der wärmeren Jahreszeit wollen wir in diesen Räumlichkeiten Beschäftigungsangebote einrichten.
Für unsere Voluntäre stellen wir eine Unterkunft bereit.
| Amuta/ |
| Gönnerkreis |
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| PL (Management)/ Supervision |
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| MA (Volontäre) |
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| KL (Obdachlose) |
Die Amuta ist eine juristische Person, vergleichbar einer Stiftung oder einem Verein. Eine Amuta ist eine NPO (Nicht profitorientierte Organisation), NGO (nicht staatliche Organisation), also eine spendengetragene, private, gemeinnützige Institution, die nicht gewinnorientiert ist.
Der Gönnerkreis setzt sich aus Menschen zusammen, welche gegenüber Shovach eine gewisse Verpflichtung eingegangen sind. Diese Verpflichtung kann verschiedene Formen haben:
Die materielle Unterstützung kann eine direkte oder indirekte sein. Materielle Unterstützung stellt eine Form der indirekten Mitarbeit dar. Wer Mittel zur Verfügung stellen will, kann das als Spender oder Stifter tun. Er kann sich aber auch verpflichten, Mittel zu sammeln, und so in eine Form der Mitarbeit treten.
Die Mitarbeit kann ebenfalls eine direkte oder indirekte sein. Falls zum Beispiel ein Jurist unser Werk durch juristische Beratung mitbaut, ist er dadurch in eine direkte Mitarbeit auf höchster Ebene eingetreten. Wer als Volontär einige Wochen pro Jahr in Shovach mithelfen möchte, Obdachlose zu betreuen, ist in die Mitarbeit an der Front eingetreten. Wer uns beim Versand unserer Rundbriefe behilflich ist, arbeitet somit im Hintergrund. Alle diese Formen der Mitarbeit sind von existenziellem Wert für Shovach.
Das Gebet stellt die am wenigsten sichtbare Form der Mitarbeit und Unterstützung dar, ist somit eine Form der indirekten Mitarbeit. Gebet ist in unseren Augen die am meisten wirkungsvolle und somit die wertvollste Art, unser Werk im Hintergrund zu unterstützen.
Die Supervision ist eine unterstützende Institution zuhanden der Projektleitung (PL).
Die Supervision steht im Dienste der Funktion der PL, im Sinne derer Dienstfunktion.
Supervision ist ein Mittel, die Umsetzung der Projektziele zu kontrollieren und so die plangemässe Funktion des Projektes zu gewährleisten.
Die Supervision ist eine grundsätzlich neutrale Einrichtung, welche jedoch über Sinn und Zweck des Projektes im Bilde ist und ihre Arbeit der Erreichung der Projektziele unterstellt. Durch ihre grundsätzliche Neutralität ist die Supervision jedoch in der Lage, die Projektziele im Bedarfsfall auch zu hinterfragen, um so neue Impulse zu ermöglichen und alternative Lösungswege zu eröffnen.
Die Supervision steht in ihrer Kontrollfunktion auch im Dienste der Organisation. Aufgrund ihrer Neutralität kann sie in der Amuta einsitzen, ist jedoch kein Mitglied derselben, genausowenig ist sie Mitglied der PL.
Weil sie neutral ist, kann sich die Supervision sowohl auf den Menschen konzentrieren als auch auf die Sache.
Die Projektleitung ist erreichbar unter:
Amutat SHOVACH, P.O.Box 733, Jerusalem 91007
Die PL ist Mitglied der Amuta.
Im Herbst 2005 hat sich eine Gruppe von Interessierten und Unterstützern gebildet, mit deren Hilfe die Amuta gegründet wurde.
Wir wollen versuchen, hier in Jerusalem und Israel sowie im Ausland Menschen für die Arbeit von Shovach zu interessieren.
Mit Veröffentlichung dieses Konzepts machen wir offiziell bekannt, dass wir auf Spenden angewiesen sind, und dass wir auch bereit sind, auf "Betteltour" zu gehen, um das Projekt so zu finanzieren.
Alle Einnahmen und Ausgaben des Projektes Shovach werden verbucht und in einer jährlichen Abrechnung durch den Staat Israel geprüft.
Wir mieten seit März 2007 ein Lokal an der Jaffastrasse, gegenüber des Rathauses und in unmittelbarer Nähe zur Altstadt.
Die Räume sind grundsätzlich nicht zum Bewohnen geeignet. Wir werden sie daher lediglich als Notschlafstelle und zentrale Anlaufstelle nutzen.
Für die weiterführende therapeutische Arbeit und die damit verbundenen Wohnprojekte werden wir nach geeigneteren Räumlichkeiten Ausschau halten, sobald der Bedarf entstehen wird und die Finanzen vorhanden sind.
Mitarbeiter werden von der Projektleitung ausgewählt.
Der Mitarbeiterstab kann sich auf allen Ebenen der Organisation aus Israelis und Nichtisraelis zusammensetzen, aus Volontären und aus fest Angestellten. Auch Klienten werden soweit als möglich in die Mitarbeit einbezogen.
Als Mitarbeiter kommen nur Menschen mit entsprechender Erfahrung und persönlicher Reife in Frage.
Der Einsatz der Arbeitskräfte beruht auf dem Gutdünken der Projektleitung in Absprache mit den Betroffenen.
In der Aufbauphase und bei fehlenden Arbeitskräften wird die Arbeit von der Projektleitung allein bewältigt.
Generell gilt, dass Mitarbeiter 21 Jahre alt sein müssen, keine Suchtprobleme haben dürfen, psychisch und physisch belastbar sind und in geordneten familiären Verhältnissen leben.
Wir wollen als Hilfswerk in der Lage sein, uns der sich verändernden Lage im Umfeld anzupassen. Deshalb haben wir unsere Ziele weit formuliert.
Die Wandlungsfähigkeit einer Organisation ist von derjenigen ihrer verschiedenen Komponenten abhängig. Viele kleine Einrichtungen lassen viel Spielraum für unterschiedliche Tätigkeiten offen, verlangen aber nach einer grossen Zahl an Mitarbeitern und nach einem hohen Budget. Eine einzelne, grosse Einrichtung engt den Spielraum ein, verringert aber die Mitarbeiterzahl und senkt die Gesamtkosten.
Um eine gute Haushaltsbilanz und eine grosse Flexibilität der Organisation zu erreichen, wird ein guter Mittelweg zu suchen sein. Das bedeutet, wir werden grössere und kleinere Einrichtungen gleichermassen brauchen.
Jerusalem, August 2007